Gartenbaumuseum Erfurt als Familie erleben
Die Aufzugtüren öffnen sichmit einem leisen „Ping“ – und schon stehen wir mitten in einer anderen Welt. Kaum betreten wir die ersten Räume des Deutschen Gartenbaumuseum Erfurt wird klar: Hier wartet kein verstaubtes Museum, sondern ein Ort voller Ideen, Farben und spielerischer Überraschungen – für Kinder und Erwachsene. Die Kinder drängen voraus, voller Entdeckerlust. „Wann geht’s endlich los?“, rufen sie, während wir noch schnell das Schließfach füllen.

Einführung mit Gartenheld:innen
Gleich am Anfang begrüßen uns die Held:innen des Gartenbaus. An interaktiven Stationen erzählen Menschen von Ernährung, Anbau und sozialen Räumen. Die Gestaltung ist kurzweilig, lebendig und selbst für jüngere Kinder spannend. Die ganze Familie fängt an Knöpfe zu drücken und Audiostationen auszuprobieren – der Einstieg funktioniert!

Zäune, Äpfel & Werkzeuge mit Geschichte
Im nächsten Raum steht der Gartenzaun im Mittelpunkt: Wofür ist er da? Dürfen Besucher einfach hinein? Erwachsene kommen hier genauso ins Grübeln wie Kinder. Wer einen (Klein-)Garten hat, weiß, welche besondere Rolle der Gartenzaun und die dortigen Begegnungen spielen. Danach entdecken die Kleinen einen glitzernden Apfel, der sofort alle Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Besonders beliebt ist auch die Ecke mit alten und modernen Gartenwerkzeugen. Hier können Kinder mit ausliegenden Tablets spezielle Ring-Codes scannen und spannende Infos aufrufen. Während wir Erwachsenen vorlesen, wird neugierig jedes Gerät ausprobiert – spielerisches Lernen vom Feinsten.
Hinweis: Was man mit den vereinzelt ausliegenden Tablets machen kann (und mehr – dort wo keine Tablets hängen), geht wohl auch mit dem eigenen Smartphone. Voraussetzung ist die App des Gartenbaumuseums, die man sich aber wenn dann vorher installieren und darin die Medieninhalte für die Touren herunterladen sollte. Wir kamen spontan vor Ort nur bedingt damit zum Ziel.

Urban Gardening & kreative Pausen
Eine Etage höher empfangen uns grüne Blätter mit Hörstationen. Themen wie der biblische Garten Eden sind eher etwas für die Großen, aber hübsch inszeniert. Beim Urban Gardening wird es modern: Orangefarbene Kisten zeigen, wie städtisches Grün aussehen kann.
Im Raum „3 Quadratmeter grün“ legen wir erst einmal eine kleine Familienpause ein: Auf Kunstrasen liegen, zuschauen, durchatmen – perfekt, um kurz neue Energie zu tanken.


Stadtgrün zum Anfassen
Im nächsten Raum wird gebaut und gepuzzelt: Mit rund 30 Holztafeln gestalten wir unseren eigenen Stadtpark – mit Eisdiele, Spielplatz, Blumenbeeten und allem, was dazugehört. Die Kinder legen begeistert los und überlegen laut, wo die Schaukel am besten hinpasst oder bauen nochmal um, als sie bemerken, dass an einer Stelle der Weg versperrt ist. Die Kinder werden ganz schnell zu Stadtplaner:innen.
An einem großen Bildschirm finden wir heraus, „Welcher Gartentyp bist du?“: Die Kinder ziehen Rasen, Teich und Komposthaufen in ihre virtuelle Fläche – und sind minutenlang konzentriert dabei. Unser Ergebnis: Irgendwo zwischen Natur- und Nutzgarten.

Das Shoppingparadies – ein Highlight für Kinder
Plötzlich stehen wir vor einem meterlangen Regal voller bunter Lebensmittel. Hier werden Früchte gezählt, Lieblingsobst diskutiert und mit Tablets Sorten gescannt. Die passende App auf einem der hier wieder ausliegenden Tablets oder dem eigenen Smartphone führt durch das Sortiment – die Kinder sind über 30 Minuten völlig vertieft. Ein wunderbarer Mix aus Spiel, Bildung und moderner Technik.


Palmencafé – Familienpause inmitten von Pflanzen
Nach so viel Action ist Zeit für eine Pause. Im Erdgeschoss lädt das Palmencafé zum Verweilen ein: gemütliche Tische, Sofas, heiße Schokolade aus dem Automaten und eine Gartenlimo aus dem Kühlschrank.
Das Beste: Mitgebrachtes Essen ist ausdrücklich erlaubt. Die Kinder stürzen sich auf die Spielecke mit Büchern, Rutschbienen und Spiellebensmitteln. Wir lehnen uns zurück und genießen den Moment.

Werkstatt & grüne Klassenzimmer
Frisch gestärkt geht es weiter: In der Werkstatt probieren die Kids digitale Stationen rund um Gentechnik aus – mit Begleitung macht das richtig Spaß. Zum Schluss schauen wir noch ins Gewächshaus im Untergeschoss, das sicher besonders für Schulklassen spannend ist.
Nach über 2,5 Stunden voller Entdeckungen verlassen wir das Museum – inspiriert, beeindruckt und ein bisschen müde. Draußen wartet schon der Bollerwagen. Der Ausflug war nicht nur lehrreich, sondern richtig unterhaltsam.

Fazit Gartenbaumuseum
Das Gartenbaumuseum Erfurt im Egapark Erfurt ist ein echter Geheimtipp für Familien: Es verbindet Natur, Geschichte und modernes Lernen auf spielerische Weise. Kinder können hier entdecken, anfassen, ausprobieren – und Eltern erleben einen inspirierenden, entspannten Tag. Egal ob als Schlechtwetterprogramm oder Teil eines größeren Egapark-Ausflugs: Ein Besuch lohnt sich wirklich!

Infobox – Praktische Hinweise zum Gartenbaumuseum Erfurt
Adresse:
Gartenbaumuseum im egapark Erfurt, Gothaer Str. 50, 99094 Erfurt
Öffnungszeiten:
In der Saison (von April bis Oktober) täglich geöffnet, meist 9–18 Uhr (außerhalb der Saison eingeschränkt)
Eintritt:
Im Egapark-Eintritt enthalten: Erwachsene ca. 17 €, Kinder 6–15 Jahre ca. 5 €, unter 6 Jahren frei
Familienfreundlich: Wickelräume vorhanden, Aufzug & barrierefrei, Spielecke im Palmencafé, Mitmachstationen in fast jedem Raum
Verpflegung:
Palmencafé mit Getränkeautomat, Snacks erlaubt, Sitzgelegenheiten & Leseecke vorhanden
Empfohlene Besuchsdauer:
ca. 2–3 Stunden
Anfahrt:
Parkplätze & Straßenbahn (Linie 2, Haltestelle „ega“) direkt am Gelände, vor Haupteingang läuft man etwa eine Viertelstunde
Tipp:
Ideal bei wechselhaftem Wetter – große Teile sind überdacht

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