Familienausflug in den Harz: 4 Tage Quedlinburg und Umgebung
„Mama, guck mal – da unten liegt ein echtes Skelett!“ Die Kinder drängen sich um die Glasplatte im Museum und staunen mit großen Augen. Draußen prasselt der Regen auf unsere Schirme, aber hier im Warmen beginnt unser Kurztrip in den Harz mit einem richtigen Abenteuer. Schon am ersten Tag merken wir: Quedlinburg und seine Umgebung sind voller kleiner und großer Erlebnisse für Familien – egal ob Sonne oder Regen.

Tag 1 – Quedlinburg bei Regen: Kultur zum Mitmachen
Die Anreise nach Quedlinburg begrüßt uns mit grauen Wolken und Nieselregen. Anstatt die Stimmung zu trüben, machen wir daraus gleich das erste Abenteuer: Ein Picknick unter Regenschirmen auf dem Schlossberg. Für die Kinder ist es etwas ganz Besonderes – und sie kichern, während die Brotdosen unter dem Tropfenprasseln geöffnet werden.
Danach geht’s ins Museum Klosterkirche St. Marien auf dem Münzenberg. Schon der Aufstieg durch die engen Gassen dorthin ist spannend. Das Highlight für die Kinder: ein Skelett, das in vier Metern Tiefe unter einem Glasboden zu sehen ist. Fasziniert schauen sie hinab und stellen unzählige Fragen. Nebenbei stempeln wir den ersten Eintrag ins Sammelheft der Harzer Wandernadel – das wird unser roter Faden für die nächsten Tage.

Im Anschluss entdecken wir die Altstadt von Quedlinburg: Kopfsteinpflaster, schmale Gassen und über 1.000 Fachwerkhäuser, die aussehen, als wären sie direkt aus einem Märchen entsprungen. Ziel unseres Stadtspaziergangs ist das Feininger-Museum. Die aktuelle Mitmachausstellung „prisma prisma“ begeistert sofort: Die Kinder probieren Selfies durch verschiedene Prismen und experimentieren mit Licht und bunten Magnetbausteinen. Besonders toll ist die gemütliche Leseecke mit Sitzsäcken und ausgewählten Büchern zu Licht, Farben und Kunst – ein Ort zum Runterkommen und Staunen.
Zum Abschluss erklimmen wir die Stiftskirche St. Servatii. Von oben eröffnet sich ein beeindruckender Blick über die Dächer Quedlinburgs. Zwar ist rund um die Kirche aktuell viel Baustelle, doch das tut dem Erlebnis kaum Abbruch – das Familien-Selfie mit Panorama gehört einfach dazu.
Tag 2 – Wanderung zu den Sandsteinhöhlen und Action in Thale am Hexentanzplatz
Sandsteinhöhlen in Thale
Der zweite Tag startet sonnig – perfektes Entdeckerwetter! Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns mit dem Auto auf den Weg nach Blankenburg zu den Sandsteinhöhlen. Der Spaziergang zu den Höhlen dauert ca. 20 Minuten und ist kein richtiger Wanderweg, eher ein kleiner Abenteuerpfad durch den Wald (Kinderwagen sind hier eher schwierig, aber dennoch möglich, also lieber die Kraxe oder Trage einpacken). Schon nach wenigen Minuten blitzt zwischen den Bäumen das erste helle Gestein auf – und dann stehen wir plötzlich davor: riesige Sandsteinfelsen, weich gezeichnet vom Wind, voller geheimnisvoller Höhlen und Nischen.

Die Kinder sind sofort in ihrem Element: Sie klettern, bauen kleine Miniatur-Sandburgen und entdecken überall neue Spuren. „Hier könnte doch ein Riese gewohnt haben!“ sagt jemand – und genau so fühlt es sich an. Die Höhlen wirken wie aus einer anderen Welt, mystisch, still, fast ein bisschen magisch. Der feine, helle Sand lädt zum Buddeln und Spielen ein – Sandspielzeug lohnt sich auf jeden Fall!
Wir verbringen hier viel mehr Zeit als geplant, weil es einfach so besonders ist. Das Sonnenschein fällt hell durch die Bäume, der Sand glitzert, und die Kids verwandeln sich in Schatzsucher, Baumeister und Höhlenforscher zugleich.

Ganz in der Nähe liegt übrigens die Burg und Festung Regenstein – eine riesige Felsenburg mit Ausblick und Geschichte. Wir haben es diesmal nicht dorthin geschafft (der Hunger und müde Kinderfüße waren schneller), aber die Kulisse sah auf den Fotos beeindruckend aus.
Tipp für unterwegs: Macht aus dem Weg dorthin ein kleines Spiel – wer entdeckt zuerst einen Pilz, ein Eichhörnchen oder einen besonders geformten Stein? So wird schon der Spaziergang zum Abenteuer.

Softeis-Pause in Thale an der Bode
Am Nachmittag gönnen wir uns Softeis (sooo lecker!) in der Milchbar an der Bode in Thale – kleine Belohnung, die für die ganze Familie ein großes Highlights ist. Dann geht’s weiter zum Hexentanzplatz in Thale, wo uns die Sommerrodelbahn Harzbob erwartet. Hier schlagen die Kinderherzen höher: Mit Geschwindigkeit den Hang hinunterflitzen, den Wind im Gesicht – ein Kontrastprogramm zum gemütlichen Vormittag.

Spielspaß am Hexentanzplatz
Neben Seilbahn und Sommerrodelbahn ist der Hexentanzplatz auch für seine abwechslungsreichen Spielplätze bekannt. Kinder können hier nach Herzenslust klettern, balancieren und rutschen – viele Geräte sind fantasievoll gestaltet und greifen die Themen Hexen, Mythen und Harz-Sagen auf. Besonders beliebt sind die großen Klettergerüste aus Holz, die kleinen Abenteurern das Gefühl geben, selbst auf Entdeckungstour zu gehen. Dazu gibt es Schaukeln, Rutschen und reichlich Platz zum Toben. Ein zusätzliches Highlight für unsere kleinen Sammler: Am Hexentanzplatz können Kinder sich eine eigene Münze als Stocknagel prägen lassen. Das ist nicht nur eine tolle Erinnerung, sondern auch ein schönes Ritual. Bei uns sind diese Stocknägel ein absolutes Must-have!
Zurück in Quedlinburg lassen wir den Tag ruhig ausklingen: Wir spazieren zum Mathildenbrunnen, entdecken einen Spielplatz im Wordgarten und genießen die Stimmung der Altstadt im Abendlicht.

Tag 3 – Fahrradtour, Teufelsmauer & Seilbahnspaß
Tagestour mit dem Fahrrad
Der dritte Tag bringt uns noch einmal viele spannende Erlebnisse – diesmal mit dem Fahrrad. Von Quedlinburg geht es Richtung Thale. Schon nach kurzer Zeit entdecken wir die Basilika St. Wiperti mit ihrer geheimnisvollen Krypta. Ein kurzer Abstecher lohnt sich – nicht nur für kulturinteressierte Eltern, auch unsere Kinder sind beeindruckt von der Atmosphäre.


Stempelstelle der Harzer Wandernadel
Der Weg führt weiter durch Felder und Wiesen. Unterwegs pflücken wir ein paar Pflaumen von den Bäumen am Wegesrand – kleine Energiesnacks für die Radlerpause. Wir fahren weiter und stellen die Fahrrader am Fuße der Teufelsmauer ab. Die Kinder entdecken sofort die Stempelstelle der Harzer Wandernadel und die Freude ist riesig. Rucksack auf, Stempelheft raus – und zack, schon ist der nächste Abdruck drin. Ein echtes Erfolgserlebnis, das bei den Kids sofort Sammelfieber auslöst.

Teufelsmauer erkunden
Danach machen wir uns zu Fuß auf den Weg zur Teufelsmauer. Schon der Name klingt spannend genug, um Kinderfantasie zu beflügeln. Und tatsächlich: Als wir die ersten Felsen sehen, ist sofort klar, warum dieser Ort so besonders ist. Die gewaltigen, bizarr geformten Sandsteinwände ragen wie versteinerte Wellen in den Himmel, als hätte hier wirklich mal jemand mit übernatürlichen Kräften am Werk gewesen. Vom Aussichtspunkt aus reicht der Blick weit über das Land – Wiesen, Wälder, kleine Dörfer, alles liegt Sonnenlicht. Was wir besonders mögen: Der Ort ist beeindruckend, aber trotzdem kindgerecht. Keine langen Wege, kein Gedränge – einfach Natur, Felsen und ganz viel Platz zum Staunen.
Unser Fazit: Die Teufelsmauer ist eines dieser Ziele, die Kindern das Wandern schmackhaft machen, ganz ohne „Wann sind wir da?“. Stattdessen: Wandern, Stempeln, Picknick – und Geschichten über Teufel, Riesen und Felsen, die plötzlich lebendig wirken.

Picknick auf Gartenbank im Schatten
Als wir wieder nach unten gehen, entdecken wir zwischen duftenden Kräutern, Schmetterlingen und summenden Bienen eine kleine Bank im Schatten – unser Picknickplatz mit Aussicht. Es ist einer dieser Momente, in denen einfach alles passt: Die Kinder lassen sich mit Käsestangen, kleingeschnittenen Äpfeln und Laugenbrezeln in den Schatten plumpsen, wir Eltern lehnen uns zurück, atmen durch und genießen die Stille – nur das Rascheln der Blätter und das Zirpen der Grillen sind zu hören.
Abkühlung für die Füße in der Bode
Danach wartet die nächste Erfrischung: Wir kühlen die Füße in der Bode, lassen Steine plumpsen und Stöcke wie kleine Boote treiben. Solche einfachen Momente sind es, die Kindern besonders in Erinnerung bleiben.

Seilbahnfahrt in Thale zum Hexentanzplatz
Natürlich darf wieder ein Softeis nicht fehlen (wie am Vortag) – doch diesmal starten wir den Thale-Ausflug unten und fahren mit der Seilbahn nach oben. Oben warten Spielplätze, schöne Aussichtspunkte und ein Hauch Abenteuergefühl. Mit einer der letzten Gondeln schweben wir zurück ins Tal und radeln spät am Abend gemütlich zurück nach Quedlinburg.

Unser Fazit zu 3 Tagen mit Ausflügen im Harz
Drei Tage in Quedlinburg und Umgebung haben uns gezeigt: Der Harz ist als Reiseziel für Familien sehr gut geeignet. Zwischen Weltkulturerbe, geheimnisvollen Höhlen, Flussabenteuern und rasanter Sommerrodelbahn kommt garantiert keine Langeweile auf.
Besonders schön ist die Mischung: Kultur zum Anfassen, kurze Wege für kleine Beine, viele kostenlose Naturerlebnisse – und zwischendurch immer wieder kleine Highlights wie Softeis oder Spielplätze. Genau die richtige Balance für einen Familien-Kurzurlaub.

Infobox: Praktische Infos für euren Ausflug in den Harz
Ausgangspunkt
Quedlinburg – gut erreichbar, zentral im nördlichen Harz gelegen und ideal für Ausflüge in die Umgebung.
Anreise & Mobilität
Mit Auto oder Bahn erreichbar. Für Familienausflüge in der Region sind Fahrräder ideal, besonders für Touren nach Thale oder zur Teufelsmauer.
Dauer
4 Tage sind perfekt, um Stadt, Natur und ein paar Ausflugsziele zu kombinieren. Länger bleiben lohnt sich auf jeden Fall, um noch mehr vom Harz zu entdecken.
Kosten
Viele Naturziele wie Teufelsmauer sind kostenlos.
Seilbahn & Harzbob: zusätzliche Kosten einplanen (lohnt sich aber sehr!).
Verpflegung
Picknick unterwegs ist ideal. In Quedlinburg gibt es viele Bäckereien, Cafés und Restaurants. Highlight für Kinder: Softeis an der Bode.
Altersempfehlung
Viele Ziele ab ca. 5 Jahren gut machbar. Für kleinere Kinder empfiehlt sich die Kombination aus Buggy in der Stadt und Trage/Rucksack für Naturpfade.
Tipp
Das Sammelheft der Harzer Wandernadel macht die Ausflüge für Kinder noch spannender. Jeder Stempel ist ein kleiner Erfolg – fast wie eine Schatzsuche! Die Hefte gibt es z.B. an Touristeninformationen.
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